„Das Verklingen des Tones in die Stille: erst was danach passiert, ist die eigentliche Musik: das Echo im Hirn des Hörers, der Synapsen-Nachhall."

Jochen Neurath, Jahrgang 1968, studierte Komposition in Berlin und Hamburg und lebt und arbeitet als freischaffender Komponist, Arrangeur und Musiker in Bamberg. 2022 erhielt er den Berganza-Preis, 2025 den Kultur-Förderpreis der Stadt Bamberg.
Jochen Neurath komponiert Neue Musik mit stetem Blick auf die klassische Tradition – für Orchester, Ensemble, Solo und als Performance. Seine Musik basiert auf der Stille. Jeder Klang wird intensiv daraufhin befragt, welche Vergangenheiten er mit aufruft, und wie diese das aktuelle Erleben verändern.
Dabei geht es Neurath weniger um die große Geste als um genaues Hinhören. Seine musikalischen Mittel sind oft reduziert und immer klar disponiert. Sprache und der Bezug zur Literatur spielen eine wichtige Rolle – nicht nur als Text für Vertonungen, sondern in der Vermittlung zwischen den klanglichen Qualitäten von Sprache und der Sprachähnlichkeit von Musik.
Im Zentrum seiner Arbeit steht die Überzeugung: „Musik ist immer Kommunikation.“ Neurath möchte zeitgenössische Musik auf hohem Niveau entwickeln und zugleich die Distanz zu einem breiteren Publikum überwinden: Musik, die herausfordert und neue Sichtweisen eröffnet, indem sie Hörer direkt anspricht.
Seit 2020 bündelt sich ein Teil dieser Suche im Projekt-Ensemble nonoise, in dem Laien und professionelle Musiker zusammenarbeiten. In dieser Arbeit mit unterschiedlichen Besetzungen sind Performance-Kompositionen entstanden, die Musik, Sprache, den Raum und die mitwirkenden Menschen in oft überraschende Zusammenhänge bringen.
30. Oktober 2026 | Bamberg, Domplatz
Totentanz (Bühnenmusik)
Mehr Infos & Tickets31. Oktober 2026 | Bamberg, Domplatz
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Mehr Infos & Tickets01. November 2026 | Bamberg, Domplatz
Totentanz (Bühnenmusik)
Mehr Infos & Tickets26. November 2026 | Bamberg, Johanniskapelle
Klavier Extrem
Mehr Infos & Tickets„Es ist der Mensch, der die Musik ausführt, seine Energie, seine Spannung, seine Sicht auf die Welt und auf die Partitur, die eine Ausführung ausmachen – viel mehr als das, was physisch erklingt.“

Symphony of Death (Orchester)
1984
Hälfte des Lebens
2001
Canto Quinto (Dante; Sopr., Solo-Klv., Chor, Gr. Orch.)
2004
Master-Cut Extended
2008
Missa Sine Domine
2013/14
Tränen, Vier Gesänge der Tageszeiten (Hölderlin, Platen, Rilke; Mezzosopran und Klavier)
2018
Odyssee (Kammeroper)
2021
Felix – in media (Th. Mann, Kammer-Tanz-Oper)
2025
Gefrorene Träume (2 Chöre a capella)
2013
Stimmen der Nacht (Eichendorff, Chor und Ensemble)
2016
In den Gärten (Chor und Blas-Orch.)
2018
Pietà (Rilke, Chor a capella)
2024
Sonata funebre
1985/86
Stundenbuch, 12 Meditationen
2025
Matter of Sound (Rauminstallation im Studio Julie Mehretu)
2009
Exposition (Performance, Deutsche Guggenheim)
2009
echoes of unborn thoughts (nonoise)
2020
Quartett (Heiner Müller, nonoise)
2022
Nachricht aus Stille (Rilke, nonoise)
2023
Franz Kafka: Das Schloß (nonoise)
2023
echoes of an exhibition (Versionen über 5 und über 24 Stunden, nonoise)
2025
Bizet, Carmen (Kammer-Orch.)
–
Bach, Die Kunst der Fuge (Kammer-Orch.)
–
Bach, Goldberg-Variationen (Orch.)
–
Berg, Lulu, III. Akt (Kammer-Ensemble)
–
Debussy, Images II (Kammer-Orch.)
–
Massenet, Cendrillon (Kammer-Orch.)
–

„Die Flüchtigkeit der Musik, wie jeder Zeitkunst, einerseits. Die Sehnsucht, den Moment festzuhalten, andererseits. In diesem Widerstreit entsteht etwas, das wir Schönheit nennen können.“
